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Büro- und Geschäftshaus Minden

Büro- und Geschäftshaus Minden
  • Standort: Am Scharn, 32423 Minden
  • Bauherr: Procom Invest GmbH & Co. KG, Rathausstr. 7, 20095 Hamburg
  • Entwurf: RADC Dipl.-Ing. Lorenz Riethmüller; bds architects - Architekt BDA Markus Derfler, Mittelweg 161, 20148 Hamburg
  • Fertigstellung: 2019
  • Typ: Geschäfts- und Wohnhäuser
  • Leistungen: Tragwerksplanung (Ausführungsplanung), Tragwerksplanung (bis einschl. Genehmigungsplanung)

Im Rahmen ihres Masterplans „Aktives Stadtzentrum Minden Innenstadt“ fördert die Stadt Minden seit dem Jahre 2009 Projekte zur Stärkung des Wohnstandorts durch attraktive Freizeit- und Erholungsangebote.

Für eine Investition in der Innenstadt bot sich die Procom Invest zum Bau eines Büro- und Geschäftshauses an. Basierend auf den baurechtlichen Vorgaben, innerstädtischen Gegebenheiten und Erfordernissen des Investors sowie möglichen Mietern erarbeitete der Architekt Dipl.-Ing. Lorenz Riethmüller in Zusammenarbeit mit dem Architektenbüro bds-architects einen innovativ-prägenden Bauwerksentwurf.

Innerhalb eines Bearbeitungszeitraums von nur 8 Wochen entwickelte das Ingenieurteam Trebes ein prüffähiges, wirtschaftliches und für die spätere Nutzung flexibles Tragwerkskonzept, welches sowohl den hohen architektonischen Ansprüchen als auch den komplexen innenstädtischen Rahmenbedingungen gerecht wird.

Baumaßnahme

In dem 5-geschossigen Bauwerk wurden – über eine Fahrtreppe verbundene – Verkaufsflächen im Erd- und im 1. Obergeschoss geplant. Auf beiden Geschossebenen befinden sich zudem die Technik- und Nebenräume, welche über einen separaten Eingang mit eigenständigen Treppenhäusern zu erreichen sind.

Die Geschossebenen 2 bis 4 sind wiederum für die Nutzung als Büroflächen vorgesehen. Der Zugang erfolgt dabei ebenfalls über einen separaten Eingang im Erdgeschoss mit eigenständigem Treppenhaus und Aufzug.

Dachkonstruktion

Das Dachtragwerk berücksichtigt den Einbau von 56 Gauben und wurde als Sparrendach mit Kehlbalkenebene ausgeführt.

Tragwerk

Für das 2. und 3. Obergeschoss galt es, ein Tragwerkskonzept zu entwickeln, welches auf die punktförmige Lagerung des Erdgeschosses sowie des 1. Obergeschosses ohne zusätzliche Abfangebene abgestimmt ist. Dafür wurden linien- bzw. punktförmig gestützte Stahlbetondecken gewählt, die teilweise als tragende Wandscheiben ausgebildet sind. Sowohl die Ausbildung des 1. Obergeschoss als auch das Erdgeschoss erfolgten als Flachdecke.

Aufgrund der innerstädtischen Lage sowie der direkt angrenzenden Nachbarbebauung sind bei der Tragwerksbemessung sämtliche Wände als Halbfertigteilelemente und Vollfertigteile mit einer Gewichtsbeschränkung konstruiert.

Gründung

Eine besondere Herausforderung stellte die Gründung dar. Im Rahmen der Baugrunduntersuchungen zeigte sich, dass ein Teil des Baugrundes nicht tragfähig ist. In Zusammenarbeit mit dem Baugrundsachverständigen GEOlogik wurden für diesen Bereich Duktilpfähle als Gründungselemente gewählt. Im Bereich ausreichender Bodentragfähigkeit erfolgte die Gründungsausbildung als Flachgründung, wobei die unterschiedliche Setzungskinematik Eingang in den Tragwerksentwurf fand. Die fugenlose Ausbildung des Bauwerks forderte eine detaillierte Berechnung bzw. Setzungsbetrachtung in den Übergangsbereichen zwischen Tief- und Flachgründung.

Abbruch der Bestandsbebauung

Im vorgesehen Baufeld befanden sich 12 Gebäude. Der Planungsentwurf sah vor, dass hiervon 5 Gebäude komplett abgebrochen und zwei weitere Gebäude eingeschnitten und in Teilen abgebrochen werden.
Die 5 verbleibenden Gebäude wurden in den Planungsentwurf integriert und grenzen an den Neubau an. Für die abzubrechenden Gebäude galt es, eine Abbruchstatik mit den erforderlichen Berechnungen, Arbeitsanweisungen und -abläufen zum Abbruch sowie der Verfüllung der Kellerräume zu erstellen.

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