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Aufstockung und Umbau der Duborg Skolen, Flensburg

Aufstockung und Umbau der Duborg Skolen, Flensburg
  • Standort: Ritterstraße 27, 24939 Flensburg
  • Entwurf: Praksis Arkitekter APS, DK Svendborg // Böller · Bahnemann Architekten GbR, Rendsburg
  • Fertigstellung: 2019
  • Typ: Bildungs- und Forschungseinrichtungen
  • Leistungen: SiGeKo, Tragwerksplanung (Ausführungsplanung), Tragwerksplanung (bis einschl. Genehmigungsplanung)

Basierend auf den Entwürfen des dänischen Architekten Praksis Arkitekter APS erfolgte der Umbau bzw. die Erweiterung des denkmalgeschützten Gebäudebestandes der Duborg Skolen in Flensburg.

Der Entwurf stellt sich hierbei als eine Symbiose aus modernster Architektur in Verbindung mit denkmalgeschütztem Bauwerksbestand dar. Teile der entstehenden Gebäudetrakte erforderten umfangsreiche Eingriffe in das bestehende Tragwerk, um eine moderne und zukunftsfähige Nutzung zu ermöglichen.

Entgegen der üblichen Praxis finden modernste und qualitativ hochwertigste Bauweisen Anwendung. Ziel ist die Schaffung eines Habitats für eine moderne und zeitgemäße Wissensvermittlung.

Oberhalb der bestehenden Sporthalle wurden bei laufendem Schulbetrieb die notwendigen Bauarbeiten zur Errichtung der naturwissenschaftlichen Fachklassen umgesetzt. Hierzu war es erforderlich die bestehende Sporthalle freitragend zu überbauen und eine „Plattform“ für das zu erstellende Obergeschoss zu schaffen. Das zur Ausführung gekommene Tragwerkskonzept beinhaltete den Einbau einer rd. 21 m spannenden Stahlkonstruktion, welche vom ursprünglichen Tragwerk der Sporthalle entkoppelt wurde.  Um eine Lastableitung in den Baugrund zu ermöglichen, erfolgte außerhalb der Gebäudestruktur die Schaffung einer Stützkonstruktion die über eine neu eingebrachte Tiefgründung in Interaktion steht.

Die Errichtung des Obergeschosses erfolgte in klassischer Massivbauweise, wobei Teile der Innenwände als nicht tragende Leichtwände konzipiert wurden, um eine zukünftige Flexibilität hinsichtlich der Wandstellungen zu ermöglichen. Besonderer Wert bei der Gestaltung des Tragwerks wurde auf die Anforderungen des Brandschutzes sowie des sommerlichen Wärmeschutzes gelegt. Das typische „Barackenklima“ eines Leichtbaus sollte konsequent vermieden werden.

Im Bereich der übrigen Gebäude des Schulkomplexes wurden diverse Treppen- und Aufzugsanlagen eingebaut und aufgrund des sehr schlechten Baugrundes innerhalb des Gebäudes nachträglich tiefgegründet. Ergänzend wurden diverse Umgestaltungen der Raumstrukturen vorgenommen. Diese massiven Eingriffe in das Tragwerk mussten ebenfalls bei laufendem Schulbetrieb erfolgen, ohne dass dieser signifikant eingeschränkt wurde. Insbesondere die Durchführung der Tiefgründungsmaßnahmen innerhalb des Bauwerks verlangten nach „kreativen“ Lösungen bei der Bauausführung und letztlich der Konzeptionierung des Tragwerks.

Die nunmehr geschaffenen Raumstrukturen dienen dem offenen Austausch und der Kommunikation. Gleichzeitig sollen die sich darstellenden „Hallen“ einer multifunktionellen Nutzung für Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Aufgrund der Anwesenheit von über 200 Personen mussten die weitreichenden Anforderungen, welche sich aus der Nutzung darstellen (Versammlungsstätte), Eingang in die Planung und Ausführung finden. Insbesondere die erhöhten Anforderungen des Brandschutzes waren bei der Gestaltung des Tragwerks zu berücksichtigen.

Es soll an dieser Stelle betont werden, dass die Sporthalle ebenfalls als Veranstaltungsort genutzt werden kann. Das Konzept des dänischen Architekten ist geprägt von dem Gedanken eines lebendigen Gebäudes und einem offenen Austausch bzw. flexibler Nutzung. Wir freuen uns, dass es durch eine sehr konstruktive Zusammenarbeit mit allen Beteiligten gelungen ist, diesen Gedanken vollständig umzusetzen.

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